Rezension: Trümmerkind - Mechtild Borrmann


25. Januar 2017

 

"Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, das wir nicht vergessen sollten, verpackt in eine berührende Familiengeschichte. Und spannender als viele Krimis, die den üblichen Schreibmustern folgen!"
(WDR ("Lesen"), 14.11.2016)

 

Trümmerkind


Autor: Mechtild Borrmann
Verlag: Droemer Verlag
Genre: Historischer Roman
Preis: 19,99
Format: Hardcover
Seitenzahl: 304
Ersterscheinung: 02. November 2016

ISBN: 978-3-426-28137-6
gelesen von: Romy
   

Hier im Buch blättern

 


Buchbeschreibung:
In ihrem neuen Roman "Trümmerkind" beschreibt die mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann das Leben eines Findelkinds im vom Krieg zerstörten Hamburg von 1946 / 1947. Spannung und historisches Zeitgeschehen miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann, die auch für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis nominiert war, wie keine andere deutsche Autorin. Dies stellt sie mit ihren Bestsellern "Wer das Schweigen bricht", "Der Geiger" und "Die andere Hälfte der Hoffnung" und ihrem neuen Roman "Trümmerkind" eindrucksvoll unter Beweis.

Der kleinen Hanno Dietz schlägt sich mit seiner Mutter im Hamburg der Nachkriegsjahre durch. Steine klopfen, Altmetall suchen, Schwarzhandel - das ist sein Alltag. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote – und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen, der erstaunlich gut gekleidet ist. Das Kind spricht kein Wort, Verwandte sind nicht auffindbar. Und so wächst das Findelkind bei den Dietzens auf. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft ist …

Zum Autor: 
Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war. Für den "Geiger" wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis "Grand Prix des Lectrices" der Zeitschrift Elle ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit "Die andere Hälfte der Hoffnung" für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

Cover:
Das Cover ist in Sepiafarben gehalten, was den Anschein eines veralteten Bildes erweckt. Zunächst liegt das Hauptaugenmerk auf einem von Bomben zerstörten Haus, vor welchem noch meterhohe Trümmer liegen. Rechts am äußeren Rand des Deckblattes sieht man ein kleines Kind. Ein "Trümmerkind". Es ist nicht vollständig abgebildet. Es rennt, läuft aus dem Bild. Der Titel des Buches ist mittig und in weiß aufgedruckt. Ein Cover, was bereits beim ersten Blick fesselt und zum Nachdenken anregt.

Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 1947. Der Wintermonat Januar ist in Hamburg eingekehrt.
Familien sind entzwei gerissen. Die Männer an der Front. Frauen und Kinder bleiben allein zurück. Es ist ein eisiger Winter und der Kampf ums Überleben ist größer denn je.
Hanno und seine kleine Schwester Wiebke und deren Mutter Agnes Dietz leben in einem Zimmer eines verbombten Hauses. Die vom Druck der Bomben zersplitterten Fenster sind provisorisch mit Pappe verschlossen. Sie frieren, haben wenig zu Essen. Täglich zieht Hanno mit seinem Freund Peter, aber auch immer öfters allein, durch die Trümmer Hamburgs um Holz, Nägel und Scharniere oder weites Metall zu finden, um es auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.
Plündern ist illegal, aber die Lebensmittelmarken reichen einfach nicht aus.
Als an einem Tag die kleine Wibke und ihr Bruder durch die Trümmer ziehen, entdeckt er einen Keller. Er geht hinein und findet eine weiße, blasse und nackte Frauenleiche. Erschrocken und fassungslos verlässt er diesen überstürzt.
Noch völlig geschockt bemerkt er, dass ein kleiner Junge bei seiner Schwester ist. Sie will ihn mit nach Hause nehmen. Er redet nicht, ist stumm. Die Mutter ist sofort hilfsbereit. Sie versorgt und wärmt ihn und gibt ihm schließlich mütterlich den Namen Joost.
Niemand scheint Joost zu vermissen. Die Kleidung die er an sich trägt ist von bester Qualität. Hochwertige Lederschuhe, der Mantel gar aus gefilzter Wolle. Agnes findet bei ihm einen Messingknopf mit einer zelisierten Blüte. Ein Hinweis auf seine Herkunft?
Zeitgleich wird die Geschichte von der Familie Anquist aus der Uckermark im Jahr 1945 erzählt. Ihnen gehört Gut Anquist bis es jedoch beschlagnahmt wird. Von Rotarmisten geplündert, mit Flüchtlingen besetzt. Schließlich verdrängt aus dem eignen Gut! Auch ihre Familie ist durch den Krieg zerrissen worden. Haben sie jemals wieder die Chance auf ein normales, gesittetes Leben?
Eine einzigartige Schilderung der Gegebenheiten zu jener Zeit.
Parallel eine weitere Geschichte.
Der Krieg ist längst vergangen, durch die neuen Generationen schon fast vergessen.
1992 da lebt in Köln Anna Meerbaum, die nicht viel über ihre Familie weiß.
Ihre Mutter schweigt, die Erinnerungen machen sie aggressiv oder doch eher ängstlich? Warum erzählt sie nichts aus der Vergangenheit? Und so wird Anna neugieriger und beginnt zu recherchieren.
Ein Fehler?
 
Fazit:
Dieses wird nicht mein letztes Buch von Mechtild Borrmann gewesen sein!
Das Buch hatmich förmlich in seinen Bann gezogen. Es wurde eine lange Nacht, aber ich musste es einfach beenden. Später war ich entsetzt und doch traurig zugleich.
Der Schreibstil von Frau Borrmann ist bemerkenswert.
Flüssig, fesselnd, detailreich. Ich fühlte mich direkt in die Nachkriegszeit hineinversetzt. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen. Es ist seht gut recherchiert
Sobald ich an dieses Buch denke, fühle ich mich bedrückt und diese Zeit darf einfach nicht in Vergessenheit geraten. Allerdings kann ich auch von diesem Buch nur schwärmen und es jeden weiterempfehlen. Es hat einfach alles. Historie, Spannung und eine tragische Familiengeschichte.
Ich vergebe 5 Büchereulen.





Weitere Bücher der Autorin:

  • Die andere Hälfte der Hoffnung
  • Blutiger Rhein
  • Wer das Schweigen bricht
  • Der Geiger
  • Die Spurz zurück

0 Kommentare

Kommentar veröffentlichen